Wie die Grundschule den Weihnachtsmann suchte und adventliche Stimmung fand

Am Morgen des 19. Dezember empfing die Aula unserer Schule ihre Schüler in ungewohntem Gewand. Die Vorhänge der Bühne waren zugezogen und erlaubten keinen Blick auf das Dahinter. Man konnte nur erahnen, dass die Schulgemeinschaft an diesem Tag etwas erwarten würde.

 

Als sich der Vorhang im Laufe des Morgens erstmals öffnete, begrüßte „niesend“ der Schulchor unter erleuchteten Weihnachtssternen die ersten und zweiten Klassen sowie Vorschulkinder der Kindergärten. Frau Schatz hatte mit den Kindern ihrer Arbeitsgemeinschaft stimmungsvolle Lieder, Gedichte und sogar einen Tanz einstudiert. Die Erkältungswelle hatte sich keineswegs auf die Darbietung der Schülerinnen und Schüler niedergeschlagen. Durch bedacht ausgewählte musikalische Stücke machte sich - selbst am Vormittag - erster Weihnachtszauber breit.

 

Nach einer kurzen Pause, die zum Aufbau des Bühnenbildes benötigt wurde, öffnete sich der Vorhang ein weiteres Mal. In einem - den Kindern des katholischen Religionsunterrichts bekannt vorkommenden - Sessel saß der Weihnachtsmann. Dafür, dass Weihnachten kurz vor der Tür stand, schien dieser recht entspannt. Weihnachtswichtel, Rentiere und vor allem die Weihnachtsfrau waren alles andere als zufrieden mit der Arbeit ihres Vorgesetzten. Weder hatte sich dieser um die Geschenke, noch um seine Zugtiere gekümmert. Als zudem der Schlitten unter ihm zusammenbrach, da er zu viele Kekse gegessen hatte, war klar: ein neuer Weihnachtsmann muss her. Unter dem Motto: „Deutschland sucht den Weihnachtsmann“ rekrutierten Weihnachtsfrau & Co. - getreu der allseits bekannten Unterhaltungsshow im Fernsehen - sämtliche Märchenfiguren. Unter den Bewerbern fanden sich Persönlichkeiten wie Schneewittchen mit Zwergen, Hänsel und Gretel oder auch das Rumpelstilzchen wieder.

 

Die Mischung aus modernem Weihnachtsmärchen auf der einen Seite und adventlich-stimmungsvollen Klängen auf der anderen gelang dann auch ein zweites Mal. Nach der großen Pause fanden sich die dritten und vierten Klassen und weitere Vorschulkinder der Kindergärten ein, um vorweihnachtliche Luft zu schnuppern.

 

Ein letztes Mal öffneten sich die Vorhänge der Bühne am Abend des 19. Dezember. Ob Kinder oder Eltern, Großeltern oder Geschwister - alle waren geladen, um die bevorstehenden Weihnachtsferien mit Musik und Theater in der Aula der Schule einzuläuten. Draußen war es kalt und dunkel. Im Inneren der Schule wurden lediglich der Christbaum und die Bühne hell erleuchtet. Es war anheimelnd warm und roch weniger nach Plätzchen - wie man vermuten könnte -, sondern vielmehr nach dem vom Elternbeirat kurzfristig organisierten ansprechenden Finger-Food-Buffet. Als alle Sitzplätze besetzt und viele ungeplante Stehplätze vergeben waren, konnte der Abend mit den herzlichen Begrüßungsworten der stellvertretenden Schulleiterin Frau Lutye-Küst beginnen.

 

Nach zwei „Generalproben“ vor Mitschülern am Vormittag sollte nun vor den gespannten Augen und Ohren der Familien nichts mehr schiefgehen. Sowohl die Kinder des Schulchors als auch die der Theater-AG wurden erst in dieser Abendstimmung, Eltern und Geschwister im Publikum wissend, noch mal so richtig von der Muße der Weihnacht geküsst. Kaum ein Zuschauerauge blieb trocken vor Lachen oder Rührung.

 

Ach ja, ein neuer Weihnachtsmann wurde nicht gefunden. Die Rettung des Weihnachtsfestes brachte schlussendlich Rumpelstilzchen mit seiner handwerklichen Begabung. Es sollte den Schlitten reparieren und vergolden, so würde dieser den Weihnachtsmann wieder tragen. Na dann: Fröhliches Kekse-Naschen!

                                                                                                                 Kati Haberberger